#1722
Daniel RothmundDaniel Rothmund
Moderator

    Hallo Michael,

    vielen Dank für deine offene Schilderung – das ist eine wichtige und berechtigte Frage.

    Aus sportwissenschaftlicher Sicht gilt:
    • Alles, was im Stehen ohne Ball und mit Schwungbewegungen stattfindet (also z. B. Mobilisationsübungen, dynamische Bewegungen), solltest du unbedingt mit Schuhen durchführen. Gerade bei deiner Beinlängendifferenz ist das wichtig, weil der Ausgleich über den Schuh Stabilität gibt und Fehlbelastungen vermeidet.
    • Alles, was gezielt die Bereiche betrifft, die vom Schuh selbst tangiert werden (wie Fußsohle, Zehen, Sprunggelenk), kannst du dagegen sehr gut ohne Schuhe machen – etwa im Sitzen mit dem Faszienball oder auch im sicheren Stand auf einem Bein, ggf. mit Abstützen an der Wand.

    Das bedeutet: Du kannst das Gehen als Aufwärmen nicht 1:1 ersetzen, aber du kannst die Übungen so anpassen, dass du deine Füße trotzdem gezielt vorbereitest. Ein Faszienball im Sitzen ist eine sehr gute Ergänzung, ersetzt aber nicht die Aktivierung der großen Muskelgruppen im Stand. Deshalb wäre eine Kombination sinnvoll:
    👉 Allgemeines Aufwärmen mit Schuhen (leichte Schwungübungen, Kreisen, lockere Bewegungen) + gezielte Fußarbeit ohne Schuhe im Sitzen oder sicheren Stand.

    So profitierst du von beiden Ansätzen: Schutz und Stabilität durch das Schuhwerk, plus gezielte Aktivierung der Strukturen, die sonst durch den Schuh etwas „unterdrückt“ werden.

    Viele Grüße
    Daniel